Gerda Nückel – Apothekerin und Unternehmerin

In 64 Jahren hat Gerda Nückel das Unternehmen geprägt wie keine andere – als Apothekerin, Geschäftsführerin und Gesellschafterin.

Auch nach ihrem Rückzug aus der Geschäftsleitung 2008 ist Gerda Nückel vielen Kunden bestens bekannt. Kein Wunder, denn mit viel Geschick und Weitblick hat sie ihren privaten Pharma-Großhandel als Fels in der Brandung im deutschen Südwesten etabliert. Bei vielen Neuerungen hat Gerda Nückel Pionierarbeit geleistet und sich auch von schwierigen Situationen nicht entmutigen lassen. Grund dafür ist ihr fundiertes Wissen als Apothekerin, aber auch die vertrauensvolle und persönliche Kommunikation zu Apothekern. Nicht zuletzt hat ihre Offenheit gegenüber technischen Innovationen dazu beigetragen, dass Fiebig heute der modernste Pharma-Großhandel in Europa ist.

Vita Gerda Nückel

1918

Gerda Distelhorst wird am 4. Januar 1918 in Karlsruhe als drittes Kind von Paul Distelhorst, dem Mitbegründer des Pharma-Großhandels Fiebig, und Irma Distelhorst geboren.

1941

Nach dem Abitur und einer zweijährigen Lehre in der Löwen-Apotheke in Heidelberg beginnt sie ihr Studium der Pharmazie an der Universität Frankfurt. Wegen einer kriegsbedingten Sperre benötigt sie dafür eine Sondergenehmigung und ist im ersten Semester die einzige Pharmaziestudentin.

1944

Gerda Distelhorst schließt ihr Studium an der Universität in Wien ab. Nach ihrem Staatsexamen tritt sie als Apothekerin in das Unternehmen ihres Vaters ein und übernimmt wenig später die Leitung. Die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung ist in diesen Zeiten nicht einfach: Nur mit viel Organisationstalent gelingt es ihr, Fahrzeuge zugeteilt zu bekommen, um die Arzneimittel persönlich bei Herstellern in ganz Deutschland abzuholen und in Karlsruhe und in der Region zu verteilen.

1945

Nach Kriegsende wird Gerda Distelhorst von den amerikanischen Besatzern in Karlsruhe unter einen dreiwöchigen Arrest gestellt. In einem 148 Fragen umfassenden Katalog der Amerikaner hat sie die Angehörigkeit zu nationalsozialistischen Vereinigungen wahrheitsgemäß verneint. Die Sondergenehmigung für ein Pharmaziestudium ohne jegliches politisches Engagement erscheint ihnen jedoch verdächtig. Im Dezember verstirbt ihr Vater Paul Distelhorst.

1949

Nachdem das Unternehmen fast vier Jahre lang kommissarisch von der amerikanischen Besatzung geleitet wurde, übernimmt Gerda Distelhorst zusammen mit ihrem Bruder Rudolf und ihrem Schwager Herbert Deuschle die Leitung. Mit hohem Engagement und unter den günstigen Bedingungen des deutschen Wirtschaftswunders richten sie das Unternehmen neu aus.

1963

Gerda Distelhorst heiratet Franz Nückel und stellt damit auch eine wichtige Weiche für das Unternehmen Fiebig: Als Ingenieur bei Siemens begeistert Franz Nückel seine Frau für innovative Technologien. Diese werden in die Abwicklungen des Pharma-Großhandels integriert. Außerdem übernimmt er den Neubau des größeren und moderneren Firmengebäudes in Karlsruhe Rüppurr.

1972

Nach dem Tod ihres Schwagers leitet Gerda Nückel das Unternehmen Fiebig zunächst allein und anschließend zusammen mit Klaus Görke. Durch Investitionen in moderne Datenverarbeitungssysteme festigt sie schon früh den Ruf des Unternehmens als eine der innovativsten Pharma-Großhandlungen in Deutschland. Diesen Weg führt Fiebig bis heute kontinuierlich fort. In der Zeit von 1965 bis 2006 unterliegt das Unternehmensgebäude in Rüppur einer ständigen Erweiterung und Modernisierung – bis zur Inbetriebnahme des neuen Standorts in Rheinstetten.

2008

Nach 64 Jahren im Unternehmen und im Alter von 90 Jahren zieht sich Gerda Nückel aus dem operativen Geschäft der Firma zurück und überträgt die Geschäftsführung an Andreas Sauer. Sie steht dem Unternehmen weiterhin im Beirat zur Seite.

2012

Gerda Nückel überträgt ihre Geschäftsanteile an die Familie ihres Sohnes Dr. Paul Rheinländer. Die Familie begleitet das Unternehmen durch ihre Tätigkeit im Beirat. Mit der Übergabe an die neue Generation wird der künftige Fortbestand von Fiebig als privates Unternehmen in Familienhand gewährleistet.